Argentinien
Eine Stunde braucht man mit dem Auto vom argentinischen Küstenstädtchen Mar del Plata bis zu dem weißgetünchten Haus mit dem Schriftzug „Ojo de Agua“. Aus dem Berliner Restaurant von Yello-Legende Dieter Meier ist mir das Logo schon bestens bekannt, das schmackhafte Fleisch und der gute Wein aus eigener Produktion ebenso.

Ojo de Agua. Foto Jürgen Wenzel
Jetzt bin ich am Eingangstor der Farm , die das Herzstück seiner mittlerweile zu einem Imperium angewachsenen landwirtschaftlichen Betriebe bildet und praktisch an der Quelle des guten Geschmacks: sieben Farmen, 120000 Hektar verteilt über ganz Argentinien auf denen der 73-jährige Meier Rinder und Schafe züchtet und Wein anbaut. Dieter Meiers Lieblingsanwesen in Argentinien ist das „Ojo de Agua“, das nach dem Quellwasser benannt ist, das die edlen Black Angus Rinder hier aus den Pfützen trinken.

Ojo de Agua. Foto Ojo de Agua
Inmitten eines uralten Park liegt das herrschaftliche Landhaus, das er Ende der 1990er Jahre zusammen mit dem Land von den Erben eines berühmten Galopp Gestüts erwarb. Hier verbringt er oft den Winter, arbeitet an seinen künstlerischen und landwirtschaftlichen Projekten. Und das ohne Handynetz. Aber es ist wohl genau diese Ruhe und Abgeschiedenheit, in der sich große Pläne entwickeln lassen.

Dieter Meier in seinem Arbeitszimmer. Foto Ojo de Agua
Rennsportgeschichte auf Ojo de Agua
Überall wird man auf „Ojo de Agua“ an die große Rennsportgeschichte des Anwesens erinnert. Eine hunderte ledergebundene Bücher umfassende Bibliothek gehört dazu. Die meisten Bücher befassen sich mit dem den verschiedensten Facetten des Rennsports und stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dazu gehören auch Klatschmagazine aus Paris und London, die über das gesellschaftliche Leben auf den Rennbahnen in Europa berichten und auch in Leder gebunden wurden. Blättert man sich durch die gewaltige Sammlung, fühlt man sich ins 19. Jahrhundert versetzt. Dieter Meier: „Die früheren Besitzer haben sich die Magazine aus Europa schicken lassen, damit sie nichts wichtiges verpassen.“

Die Biblothek auf Ojo de Agua. Foto Jürgen Wenzel
Pokale und Stammbäume der Pferde des Gestüts erinnern an die großen Pferde des Gestüts und im Park liegt verwunschen ein großer Pferdefriedhof. Hinter uralten, riesigen Bäumen befindet sich ein Trainingsfeld für Polo, auf dem auch gern Dieter Meiers Sohn Francis übt, wenn er ihn hier besucht.
Hier ist einfach alles bio.

Rind auf der Weide. Foto Ojo de Agua
10 Autominuten entfernt liegen die saftigen Weiden, die Rinder grasen unter freiem Himmel und werden danach von Gauchos zur nächsten Weide getrieben. Dieter Meier: „Hier ist einfach alles bio.“ Der Geschmack des Fleisches gibt ihm recht. Das Gras wächst hier im Sommer und Winter. Die Rinder können sich so frei von chemischen Zusätzen ernähren. Das ist die Philosophie die auf „Ojo de Agua“ gelebt wird.

Gourmino Express Chefredakteur Jürgen Wenzel und Dieter Meier. Foto Jürgen Wenzel
Seine Produkte bietet Meier auch in seinen eigenen Restaurants an. Sein zweites Standbein in Berlin eröffnete vor einigen Monaten mit der „Torbar“. Neben den fantastischen Steaks und den edlen Puro Weinen, wird hier auch schon bald sein neuestes Werk aus argentinischer Produktion auf der Karte stehen: der Premium Black Angus Burger.

Dieter Meier vor seiner Tor Bar. Foto Jürgen Wenzel
Demnächst gibt es bei Gourmino Express die Fortsetzung unserer Dieter Meier Reportage aus Argentinien und Berlin.
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