Le Grand Colbert, Paris – D. Keaton, J. Nicholson und GE waren da

Posted on Posted in Frankreich, Gastronomie, International

Paris

Leben wie Gott in Frankreich – Jeder kennt diese Redewendung. Wo sie ihren Ursprung hat ist unbekannt, aber sie soll schon im 17. oder 18. Jahrhundert in Deutschland geprägt worden sein. Und dieses Zitat ist auch heute noch aktuell. 8.000 Restaurants führt der französische Guide Michelin in der Ausgabe 2016 auf, in Paris gibt es so viele ausgezeichnete Restaurants wie in keiner anderen Stadt der Welt. Während in Deutschland viele Restaurants das Mittagsgeschäft einstellen – in Frankreich geht man mittags gerne essen, wenn auch der ausgedehnte Lunch über Stunden geschäftlich nicht mehr zu vertreten ist.

 

Bei meinem Besuch letzte Woche in Paris war ich überrascht, wie gut besucht die Cafés, die Bistros, die Brasserien und Restaurants waren!

 

Das wunderschöne Paris mit seinen vielen Cafés, Bistros, Brasserien und Restaurants.

Foto: Unbekannt

 

Ich hatte mich mit meiner Liebsten für einen kleinen Snack im Café de la Paix entschieden, da ich nach Jahren wieder einmal einen Tisch am Abend im „Le Grand Colbert“ gebucht hatte. Ein Salat Nicoise 24 Euro, ein Club Sandwich 25 Euro, zwei Glas Weißwein 26 Euro, eine Flasche Wasser Badoit 9 Euro, zwei Cappuccino 18 Euro, inkl. Tipp 110 Euro! Der Blick auf die Oper war immerhin inklusive. OK, es geht in anderen Arrondissements auch günstiger, aber grundsätzlich sind die Restaurants mittags wesentlich preisgünstiger als abends. Der Weg in den Louvre ist nicht weit, und nachdem mich die Mona Lisa zwei Mal angelacht hatte, entschieden wir uns noch für eine kurze Shopping-Tour in den Galeries Lafayette. Die gewaltige Jugendstilkuppel im Stammhaus ist immer wieder zum Staunen.

 

Wie gesichtslos sind dagegen heute die meisten Shopping Malls, egal ob in Dubai, Singapur, Hongkong, New York oder Istanbul.

 

Galeries Lafayette: Die Kuppel der großen Halle im Stammhaus in Paris – Jugendstil zu Staunen.

Foto: Wolfgang Ritter

 

Mich zieht es unweigerlich in die Feinkost-Abteilung und ich finde auch immer etwas, was selbst das KaDeWe in Berlin im 6. Stock nicht zu bieten hat. Nachdem wir die Bereiche Kunst und Kommerz nur unzureichend befriedigen konnten, konzentrierten wir uns auf das Dinner im „Le Grand Colbert“.

 

Die Brasserie gibt es schon seit über 100 Jahren, ist aber seit dem Film „Was das Herz begehrt“ eine gut besuchte Touristenattraktion geworden.

 

Das „Le Grand Colbert“, Paris: Romantisches Ambiente für einen unvergesslichen Abend.

Making of: Der Fotoband zum Film auf der Theke.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Wer kennt die wundervolle Komödie mit Jack Nicholson und Diane Keaton nicht: Ein älterer, reicher Sugar Daddy erleidet einen Herzanfall und verliebt sich in die Mutter seiner sehr jungen Freundin. Nach einigen Komplikationen endet in Paris aber alles im Happy End. Dabei spielt das „Le Grand Colbert“ eine entscheidende Rolle. Hier fand Jack Nicholson wieder seine große Liebe, allerdings beim Dinner mit einem Anderen (Keanu Reeves). Doch wie gesagt, alles wird gut, und das Ende rührt sensiblere Naturen zu Tränen.

 

Was das Herz begehrt: Diane Keaton und Keanu Reeves im „Le Grand Colbert“.

Happy end in Paris: „Was das Herz begehrt“: Eine romatische Komödie mit Diane Keaton und Jack Nicholson.

Fotos: Warner Bros.

 

Die Brasserie glänzt in verschwenderischem Jugendstil: verspiegelte Wände, Messing und Mosaikboden, Blumen, Palmen und romantisches Licht verzaubern jeden Gast.

 

Le Grand Colbert: Alles ein bisschen angestaubt, aber schööööön …

Foto: Wolfgang Ritter

 

Der Service ist sehr freundlich, und bittet uns zu einem Glas Champagner an die Bar, da unser Tisch noch belegt ist. Doch welche Frau wartet nicht gerne fünf Minuten auf den Platz, an dem Diane Keaton und Jack Nicholson saßen. Die Speisekarte bietet französische Bistro-Klassiker, solide Hausmannskost in üppigen Portionen.

 

Die Speisekarte: solide Brasserie-Küche mit großen Portionen.

Foto: Wolfgang Ritter

 

Das 3-Gänge-Menü kostet 45 Euro, eine gute Flasche Sancerre erscheint mit 55 Euro auf der Rechnung.

 

Die Austern sind an Frische und Qualität nicht zu übertreffen, die Schnecken nach Burgunder Art waren ein Versuch wert, die gebratene Entenkeule verdiente das Prädikat saftig und knusprig, die Kalbsnieren à point gebraten und gut gewürzt. Die Desserts sind hausgemacht, der sehr gute Digestif Marc de Bourgogne kommt im bauchigen Cognac Schwenker daher und ist auch beim besten Willen nicht zu schaffen (fast 0,2 Liter für 10 Euro). Was noch fehlt? Dass Jack Nicholson kurz auf ein Glas vorbei kommt …

 

Frischer geht es nicht: 6 Austern Nr. 4 als Vorspeise.

Bistro-Klassiker: Schnecken als Vorspeise auf Burgunder Art.

Der Hauptgang: Gebratene Entenkeule mit sautierten Kartoffeln.

Das Dessert reicht für zwei: Karamell Crème.

Schokoladen-Soufflé mit Vanillesauce.

Ein XXXL-Digestif: Marc de Bourgogne, großzügig eingeschenkt!

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Le Grand Colbert

2, Rue Vivienne
75002 Paris
+33 142 868788
le.grand.colbert@wanadoo.fr
www.legrandcolbert.fr

Diesen Beitrag teilen: