Mandarin Oriental: Schwarzw. Kirschtorte schmeckt auch in Barcelona!

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Barcelona

Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass in den Nachrichten die poltitische Situation in Barcelona und Spanien ein Thema ist. Auch wenn es über die Feiertage etwas ruhiger war, bei meinem Besuch in Barcelona im Dezember war die politische Situation das Hauptthema der Katalanen. Von den Balkonen und den Fenstern wehten überall die Fahnen der Spanien treuen Katalanen, aber nach meinem Gefühl dominierten die Farben / Streifen der Separatisten. König Felipe forderte in seiner Weihnachtsansprache Gelassenheit, Stabilität und gegenseitigen Respekt. Danach sieht nun aber wirklich nicht aus. Ein Ausweg aus der Krise der beiden Parteien ist nicht in Sicht. Bei der vorgezogenen Neuwahl des katalanischen Regionalparlaments am 21. Dezember 2017 hatten die Separatisten die Mehrheit. Der abgesetzte katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont ist gesprächsbereit, aber eine Rückkehr nach Barcelona ist unwahrscheinlich, dort droht ihm die Festnahme. Und der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy wird sicher nicht nach Brüssel reisen, um mit ihm zu verhandeln.

 

Aber ich war nicht in Barcelona, um über diese schwierige Situation zu diskutieren …

 

Ich lasse die Politik links liegen (ist nicht politisch zu verstehen) und kümmere mich um meine wahren Interessen, frage nach den besten Tapas Bars, den besten Fischrestaurants, der besten Gourmet-Adresse und lande schließlich im Restaurant „Moments“ im Hotel Mandarin Oriental. Dass diese Hotel Gruppe mit den besten Köchen der Welt zusammen arbeitet, ist auch mir nicht neu. Im Guide Michelin 2018 sind weltweit 14 Restaurants in Mandarin Oriental Hotels mit 21 Sternen aufgeführt.

 

Das Mandarin Oriental in Barcelona: bestes Hotel in bester Lage.

Eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt: der „Mimosa Garden“.

„Blanc“: Geöffnet von sieben Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht.

Weihnachtsstimmung im „Blanc“: Designed von Carme Ruscalleda.
Der Platz für Lunch und exzellentes Frühstück.

Begehrte Plätze im Sommer: Der Dachgarten und der 25 Meter Pool.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Im „Moments“, dem Gourmet-Restaurant des Hotels stehen Carme Ruscalleda und ihr Sohn Raül Balam am Herd.

 

Das Restaurant ist minimalistisch konzipiert, man sitzt unter einer Decke mit Blattgold-Impressionen auf bequemen weißen Sesseln, die Füße verschwinden unter den Boden langen weißen Tischdecken. Die Licht-Dramaturgie ist durchdacht, die servierten Teller auf den Tischen werden von den Deckenstrahlern perfekt in Szene gesetzt.

 

Ein erfolgreiches Familienduo: Carme Ruscalleda und ihr Sohn Raül Balam.

„Moments“, das Gourmet-Restaurant des Hotels.

Küchenchef Raül Balam checkt akribisch jeden Teller.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Außergewöhnlich: Das 13-gängige Menü „Ecosistemes“ wird unterteilt in kulinarische Landschaftsformen wie Wasser, Wiese, Acker, Moor, Steppe, Wüste, Wald.

 

Und man findet und schmeckt auf den Tellern eine Komponente, die dem jeweiligen Thema zugeordnet ist. Es ist eine kunstvolle, kulinarische Hommage an unser Ecosystem, an die unterschiedlichsten Regionen der Welt, ein Vermächtnis mit Blick in die Zukunft unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

 

Leicht, würzig, aromatisch: Seezunge mit
Erdbeere, Rosmarin und Meerfenchelsud.

Der erste Gruß aus der Küche: ein Lachs-Lolly.

Selten und teuer: Entenmuscheln mit Algensalat, Muschelemulsion.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Ich bin fasziniert von den ausgefeilten Kreationen, der Harmonie der Produkte und Gewürze und der optischen Präsentation der Teller.

 

Ein vermeintlich simpler Lachs wird veredelt durch spezielle Räucheraromen und Marinaden. Die Entenbrust mit Feige wird aufgegossen mit Dashi, einer klaren japanischen Fischsuppe. Die rosa Garnelen werden auf zweierlei Toast angerichtet, das Ergebnis ist die perfekte Textur auf der Zunge.

 

Puristisch: Rosa Garnelen auf mariniertem Toast.

Ungewöhnliche Kombination, aber delikat:
Ente mit Feige und Dashi (japanischer Fischsud).

Marinierter und geräucherter Lachs mit Dill.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Die Rehfilets werden von süßen Shortbread Keksen und einer Thymian-Emulsion begleitet. Das orientalische Lamm-Curry wird bedeckt von den symbolischen Dünen der Wüste

 

Rehfilets mit Mürbeteig und Thymiancreme.

Black is beautiful: Seeteufel mit seiner Leber
in schwarzer Bohnensauce und Auberginen.

Herzhaftes Gemüse aus der Region.

Kreative Idee: Desert – Wüste bedeckt das Lammcurry mit Yoghurt.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

… und unter der Headline „Black Forest“ wird eine spanische Variante der Schwarzwälder Kirschtorte serviert!

 

Für mich ein Remake aus meiner alten Heimat. Vor 40 Jahren habe ich im Schwarzwald gelebt und in Barcelona begegnet mir der Geschmack von Sauerkirschen, Schlagsahne, Schokolade, Zimt und Vanille, Fazit: auch in Europa sind regionale Klassiker gefragt – mehr denn je.

 

Das kommt mir garnicht spanisch vor:
Schwarzwälder Kirschtorte zum Dessert.

Greenhouse effect: Mandarine „rocket“ mit Himbeere und Crumble.

Herzhafter Käse aus Laguiole mit Honig und Nüssen.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Das Mandarin Oriental liegt sehr zentral und ist nur wenige Minuten von den Ramblas, der wohl bekanntesten Touristenmeile der Stadt entfernt.

 

Die schönste Adresse ist die Markthalle La Boqueria, Rambla 91, Montag bis Samstag von 8.00 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet. Für jeden Feinschmecker das absolute Schlaraffenland.

 

La Boqueria: eine der schönsten Markthallen von Europa.

La Boqueria: Ein Paradies für die Weihnachtseinkäufe.

Schon das Einkaufen ist ein Genuss: Früchte und Gemüse aus aller Welt.

Spanischer Schinken: in allen Preislagen zu haben.

La Rambla: Die bekannteste Straße und Flaniermeile von
Barcelona … Kulinarisches Stilleben von Burger King.