„Villa Caviciana“ – ein Traum aus Kunst und Wein

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Grotte di Castro

Die Region Latium gehört in Italien zu den touristisch am wenigsten erschlossenen Gebieten. In Zeiten wie diesen, wo in den Feriensaison Hochburgen Entspannung wegen des Massenandrangs kaum zu finden ist, wundert man sich, warum landschaftlich bezaubernde Gegenden wie diese von der Reisebranche nicht besser vermarktet werden. Die Landschaft rund um den Bolsenasee wirkt entspannend auf den Besucher.

 

Als wir nach ungefähr eineinhalbstündiger Fahrt von Rom schließlich das herrschaftliche Weingut Villa Caviciana erreichen, bin ich überwältigt!

 

Der Bolsenasee in der Region Latium.

Das herrschaftliche Weingut Villa Caviciana.

Klare bauliche Linien am Weingut.

Entspannte Aussicht auf den Bolsenasee,
der zu Füßen des Weingutes liegt.

Fotos: Jürgen Wenzel / Villa Caviciana

 

Alles hier ist reinstes Balsam für die gestresste Großstadtseele, sogar der große Bolsenasee, der tiefste ganz Italiens, liegt ruhig unter uns, glatt wie ein Spiegel. Als der Weingutsbesitzer, der frühere Insolvenzverwalter und Anwalt Friedrich-Wilhelm Metzeler, mich mit einer Auswahl seiner Rotweine und den besten Ravioli meines Lebens begrüsst, erklärt er mir die Situation näher.

 

Beim Wein mit Freunden am Bolsenasee:
Weingutsbesitzer Metzeler (rechts).

Der Koch der Villa Caviciana bereitet
Ravioli zur Begrüßung vor.

Dessert auf Gourmetniveau im Weingut.

Fotos: Jürgen Wenzel

 

Metzeler: „Fast alle Boote wurden hier von der Finanzpolizei konfisziert, weil sie nicht ordnungsgemäß versteuert wurden!“ Metzeler wickelte früher als Insolvenzverwalter große und bekannte Unternehmen ab.

 

Heute gibt er sich ganz dem Weinbau, der Aufzucht seiner seltenen Wollschweine und Zackelschafe und der Produktion seiner hervorragenden Olivenöle hin.

 

Vom aussterben bedrohte Wollschweine.

Aufzucht von Zackelschafen.

Gesunde Aufzucht inmitten der Natur.

Metzelers kräftige Olivenbäume
geben hervorragende Olivenöle her.

Die Olivenhaine der Villa Caviciana.

Fotos: Jürgen Wenzel / Villa Caviciana

 

Seine Leidenschaft lässt er sich einiges kosten, man schmeckt es den Produkten der Villa Caviciana an, dass sie echt und authentisch sind und unter optimalsten Bedingungen gedeihen durften. Metzeler: „Nirgendwo wird doch so viel betrogen, wie beim Olivenöl.“ Seine zweite Leidenschaft, neben der idealistischen Produktion hochwertigster gastronomischer Produkte, ist die moderne Kunst.

 

Bilder, Gemälde und Skulpturen berühmter Künstler ziehen sich durch das ganze Weingut bis hinaus in den Garten – sogar in der Küche findet sich eine Anordnung historischer Kochlöffel.

 

Kunstwerk in der Küche des Weingutes.

Die Farben der Gemälde im Degustations-
zimmer symbolisieren die Weine.

Auch im Garten finden sich Kunstwerke.

Fotos: Jürgen Wenzel

 

Seine Rotweine hat Friedrich-Wilhelm Metzeler nach den Geliebten berühmter deutscher Dichter benannt. Einer heißt Faustina, die junge Freundin Goethes, deren Kleid sich, wie der Dichterfürst es ausdrückte, „ sehr leicht hochheben ließ“. Ein anderer Rotwein heißt Letizia. Die historische Namensgeberin war eine alternde Puffmutter aus Lucca, in die Heinrich Heine sich verliebte. Ein anderer Wein trägt den Namen Eleonora. Sie war eine weltberühmte Opersängerin, in die sich Rilke unsterblich verguckte.

 

Der Inhalt der Flaschen ist so sensationell, wie auch die Geschichten der Namensgeber in die literarische Weltgeschichte eingegangen sind.

 

Weinprobe der wunderbaren Produkte der Villa Caviciana.

Gourmino Express Chefredakteur
Jürgen Wenzel im Weinkeller des Guts.

Fotos: Jürgen Wenzel

 

Der Eleonora, eine Cuvée aus Sangiovese und Merlot, duftet spürbar nach Beeren, Zimt und Vanille. Das besondere an ihm ist, dass er schon nach kurzer Lagerung zum Zustand des vollen Trinkgenusses kommt. Zu lange sollte man ihn aber auch nicht lagern. Dafür schmeckt er allerdings auch viel zu gut. Mein absoluter Favorit.

 

Diesen Weinen (ein paar Kilometer weiter beginnt schon die Toskana) merkt man an, dass hier Liebe zum Detail und Leidenschaft im gesamten Produktionsablauf im Spiel war.

 

Erlesenste Trauben wachsen auf dem
Boden des Guts Villa Caviciana.

Mit höchster Sorgfalt und Liebe zum
Detail werden die Reben gepflegt.

Die Weinberge des Guts mit Blick auf den Bolsenasee.

Fotos: Villa Caviciana

 

Die Lese erfolgt von Hand und werden nach der Anlieferung auf dem Gutshof nochmals selektiert. Für die Reifung der Weine werden fast ausschließlich Barriquefässer aus französischer Eiche verwendet. Am besten man lässt sich auf einem davon nieder und schmeckt ein weiteres Kunstwerk dieses bemerkenswerten Ortes.

 

Friedrich Wilhelm Metzeler und
Marketingchefin Kristin Eisenberg.