„Message In A Bottle“ – Superstar Sting auf der ProWein Düsseldorf

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Düsseldorf

Die ProWein in Düsseldorf gehört neben der Vinitaly in Verona und der Vinexpo in Bordeaux zu den bedeutendsten Weinmessen der Welt. Fast 60.000 Besucher informierten sich vom 19. – 21. März bei den 6.500 Ausstellern über die aktuellen Wein-Jahrgänge und was die Weinwirtschaft Neues zu bieten hat. Es ist also völlig normal, dass man permanent das „Bad in der Menge genießen“ darf (oder muss). Nicht normal ist, dass plötzlich ein Pulk von 50 aufgeregten Journalisten und Fotografen hektisch zwei relativ unscheinbare Besucher bedrängen. Was ist der Grund?

 

Superstar Sting kam mit seiner Frau Trudie Styler von New York nach Düsseldorf auf die Messe, um seinen neuen Wein vorzustellen.

 

Zum ersten Mal auf der Messe:
Popstar Sting und seine Frau Trudie Styler.

Foto: Wolfgang Ritter

 

„Message In A Bottle“ hat er ihn benannt, ein Song, den fast jeder noch von seiner Gruppe „Police“ kennt. Doch was steht in dieser Flaschenpost zum Trinken? „Ich bin ein Rotwein, Jahrgang 2011, komme vom Weingut Il Palagio in der Toskana, wurde aus der Rebsorte Syrah gekeltert und bin leider so gut wie ausverkauft“. Kein Wunder bei einem Preis von etwa 14 Euro und einer Produktion von nur 30.000 Flaschen. Was nicht so bekannt ist:

 

Der 65-jährige Brite hat seit 1997 ein Weingut südlich von Florenz in der Toskana, man spricht von 300 Hektar Landbesitz, die Größe ist sicher seinem Vermögen angemessen.

 

Sting besingt seinen Wein:
Il Palagio, „Message In A Bottle“ …

Foto: Wolfgang Ritter

 

Letztes Jahr hatte ich den Moderator Günther Jauch auf der Messe getroffen, der ja 2010 das Weingut seiner Vorfahren „von Ohtegraven“ gekauft hatte. Der Rummel war etwas bescheidener die Presse unaufgeregter (siehe GOURMINO EXPRESS Artikel  „23. Wein­ma­ra­thon in Düs­sel­dorf – Es tra­fen sich Wein­freunde aus aller Welt“). Doch zurück zu 2017.

 

Gourmino Express Autor Wolfgang Ritter mit Moderator
Günther Jauch auf der ProWein letztes Jahr.

Foto: Wolfgang Ritter

 

Die Hälfte der Aussteller kam aus Italien (1.600) und Frankreich (1.500) – aus Deutschland etwa 1.000 Aussteller, aus Übersee 600, der Rest aus dem übrigen Europa.

 

Wie jedes Jahr gut besucht, die VDP Weingüter (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) in Halle 14. Erfreulich: Das hohe Niveau der Weingüter. Man kann die Weine mit dem Traubenadler blind verkosten und kaufen. Enttäuscht hat mich noch kein Weingut der etwa 200 Mitglieder.

 

Probieren, probieren, probieren:
6.500 Aussteller sind auf der Messe vertreten.

Der Hallenplan der Messe:
Ohne ihn ist man hilflos.

Großer Andrang an allen Weinbars.

Frankreich war mit 1.500 Ausstellern vertreten.

Die Präsentation der Weine und
Spirituosen wird jedes Jahr cooler.

Foto: Wolfgang Ritter

 

Doch nicht jeder gute Winzer ist im Verband: Ich besuche den Stand von Martin Waßmer aus dem Markgräflerland.

 

Seit Jahren gehört er zur absoluten Spitze der deutschen Weinmacher. Seine Chardonnays brauchen sich vor den exklusiven (und teuren) Nachbarn aus Burgund nicht zu verstecken. Aber es geht auch einfacher, aber nicht schlechter: Sein fruchtiger Müller-Thurgau zeigt, was man aus dieser bescheidenen Rebsorte heraus holen kann. Der Sauvignon blanc mit typischer Holunder Nase ist nicht zu grasig und im Abgang rund, fast cremig.

 

Spielen in der ersten Liga der deutschen
Weißweine: Martin Wassmer und Tochter Sabrina.

Weingut Johannes Deppisch. Erlenbach/Franken:
Hier trinkt man Josecco statt Prosecco.

Süßwein aus Portugal: Spätlese Viognier schmeckt
wie Portwein, hat aber nur 10 Prozent Alkohol.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Zum ersten Mal auf der Messe ist das kleine Weingut Dütsch aus Baden-Baden-Neuweier.

 

Holger und Hannelore Dütsch bewirtschaften nur vier Hektar mit Herzblut und Hingabe. Man kennt quasi jeden Rebstock persönlich … Knackig-frisch der 2015 Riesling Kabinett Mineral für 8,50 Euro, kraftvoll und komplex der 2015 Riesling Spätlese Mauerberg. Nur wenige Kilometer von Baden-Baden entfernt liegt das Weingut Siegbert Bimmerle in Renchen-Erlach. Ich probiere den 2015 Klingelberger, Spätlese trocken und bin voll des Lobes. Klingelberger ist in der Ortenau die Bezeichnung für Riesling. Auch der Weiße Burgunder (Goldmedaille) gehört zu meinen Favoriten – hier gibt es viel Wein für 11,50 Euro. Am Stand von Brogsitter probiere ich den frischen, fruchtigen Blanc de Noir, einen Weißwein aus Spätburgunder-Trauben gekeltert. Begeistert bin ich von seinem elegant-fruchtigen 2015 Weißburgunder Pino-B für 9,80 Euro.

 

Kleines Weingut mit großen Rieslingen:
Hannelore und Holger Dütsch aus Baden-Baden-Neuweier.

Feine Weine aus der alten und neuen Welt
bei Brogsitter, Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Prickelt fast wie Champagner: 2015 Riesling
Jahrgangs Sekt von Fürst von Metternich.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Am Schlumberger-Stand gegenüber ist der Deutsche Axel Heinz der Star.

 

Seit 2003 macht er in Bolgheri einen der besten Rotweine Italiens, den Ornellaia. Ich bin auch sehr zufrieden mit dem „Zweitwein“ des Weingutes, den „Le Serre Nuove“, Bolgheri Rosso, immerhin darf er sich mit 94 Parker Punkten schmücken. Wer Brunello liebt kommt am Weingut Silvio Nardi nicht vorbei. Silvia Nardi bringt einen ebenso kraftvollen wie eleganten Brunello di Montalcino auf die Flasche. Seit über 20 Jahren kenne ich das Weingut Riecine in Gaiole in Chianti: Üppiger Körper mit noch viel Tannin und Potential der 2012 La Gioja. Elegant, fein mit guter Struktur der 2012 Toskana in der Burgunder Flasche.

 

Der deutsche Önologe Axel Heinz ist Kellermeister
bei Ornellaia eines der besten Weingüter Italiens.

Peter Julius, Stiftung Deutsche Tafelkultur (li.) und Gourmino
Express Autor Wolfgang Ritter am Stand von Ornellaia/Bolgheri.

Emilia Nardi, Weingut Silvio Nardi:
Bester Brunello Di Montalcino.

Präsentiert beste Rotweine aus der Toskana:
Elisa, Weingut Riecine, Gaiole.

Castello di Buttrio, Friaul:
Alessandra Felluga und Tochter Maria.