Lissabon – Lust und Leidenschaft am Leben

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Lissabon

Für alle, die diesen Text vielleicht nicht bis zum Ende lesen, möchte ich das Fazit meiner Reise gleich an den Anfang stellen: Lissabon gehört für mich zu den schönsten Städten der Welt. Wie Rom und Istanbul wurde auch Lissabon auf sieben Hügeln gebaut – anscheinend eine gute Voraussetzung, um zu den schönsten Metropolen der Welt zu gehören. Doch nicht zu vergessen: Auch Bamberg wurde auf sieben Hügeln gebaut! Über Zwei Millionen Touristen besuchen jährlich Lissabon, die faszinierende Stadt an der Mündung des Tejo. 2017 werden es sicher noch einige mehr werden, Lissabon ist die Iberoamerikanische Kulturhauptstadt 2017. Auch für die GOURMINO EXPRESS Redaktion ein Grund, die Stadt dieses Jahr noch einige Male zu besuchen.

 

Das 2.278 Meter lange Wahrzeichen von Lissabon. Früher hieß
die Brücke Salazar, seit der Revolution 1974 Brücke des 25. April.

Foto: imagesofportugal.com

 

Doch was macht die Faszination dieser Stadt aus?

 

Sicher ist es die Atmosphäre der unterschiedlichen Viertel, der Unter- und der Oberstadt, der Baixa und dem Chiado und Bairro Alto. Die Gegensätze mit dem morbiden Charme der bröckelnden Fassaden, dem Auf- und Ab der engen Gassen und Treppen und den prunkvollen Palästen und Plätzen. Sie erinnern an die Pracht vergangener Zeiten, als Lissabon noch ein Zentrum des Welthandels war. Heute begeistern die futuristischen Zeugnisse der bedeutendsten Architekten unserer Zeit: der Bahnhof Gare do Oriente von Santiago Calatrava oder die 17 Kilometer lange Vasco da Gama Brücke, die längste Brücke Europas.

 

Hier wohnt man günstig und zentral:
VIP Executive Aparthotel Eden an der Av. Liberdade.

Der Elevador de Santa Justa: Ein Aufzug verbindet die
Unterstadt (Baixa) mit der Oberstadt (Chiado und Bairro Alto).

Spannende Architektur ist allgegenwärtig:
Ob Museen, Büro- oder Wohnhäuser.

The Sandemann:
Die intime Adresse für Portwein-Aficionados im Chiado.

Hier trifft man sich im Sommer:
Die Restaurants unter der Brücke des 25. April.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Doch mich zieht es, meinen sinnenfreudigen Neigungen nachgebend, in das Bairro Alto, dem Ausgehviertel der Stadt.

 

Hier gibt es alles, was das hungrige Touristenherz begehrt: trendige, stylische Läden wie Sushi- und Portweinbars, afrikanische und brasilianische Clubs, laute Diskotheken und natürlich traditionelle Fado Lokale, in denen mit leidenschaftlicher Hingabe von Herz und Schmerz gesungen wird. Hier erlebt man, dass Lissabon schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen war, was man auch in den Töpfen riechen und schmecken kann. Auch in den Hotels der Oberstadt kann man sehr gut und preiswert essen, wie im schicken „Flores“ im Bairro Alto Hotel.

 

Sardinen: Das Nationalgericht der Portugiesen.

Das gibt es nur in Lissabon:
Sardinen mit Jahrgangs-Geschichte der letzten 100 Jahre.

Die Original-Adresse für süße Verführungen:
Única Fábrica Pastéis de Belém.

Die besten Vanilletörtchen gibt es hier:
Única Fábrica Pastéis de Belém.

Überall lockt die süße Verführung:
Fábrica do Data, Avenida da Liberdade.

Nur für ganze Kerle: Ein Barber-Shop in der Bairro Alto.

Wie sich die Zeiten ändern:
Schuhputzer am Platz Dom Pedro IV.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Ich entscheide mich für das „Bairro do Avillez“, ein angesagtes Szenerestaurant von 2-Sternekoch José Avillez, einem der bekanntesten Köche des Landes.

 

Wir – ich war mit Peter Julius, dem Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Tafelkultur unterwegs – nehmen 30 Minuten Wartezeit in Kauf und bekommen einen 80 x 80 Zentimeter großen Tisch zugewiesen. Der Service ist aufmerksam und freundlich, fein geschnittener Schinken und Oliven lassen nicht lange auf sich warten. Die servierten Gerichte sind portionsmäßig übersichtlich: Ceviche de Tremocos, Bacalhau mit Zwiebelcreme, pikante Cornettos, perfekt gebratene Gambas bis zu einem Ausflug in die Molekularküche – herb-säuerliches Olivengelee. In Deutschland undenkbar: Geduldig stehen die Menschen abends um Zehn eine halbe Stunde an, um einen Tisch zu bekommen. Wir nehmen noch einen Espresso im Café a Brasileira, dem berühmtesten Café Lissabons, im Baixa-Chiado.

 

Bairro do Avillez:
Die neueste Adresse des 2-Sterne-Chefs José Avillez.

Bairro do Avillez:
Schinken sind fast obligatorisch als Vorspeise.

Portugieser Kachel-Tradition, neu interpretiert:
Ein Wandbild im Bairro do Avillez.

Bairro do Avillez: Auch molekular interessierte Gäste
kommen auf ihre Kosten – flüssiges Olivengelee.

Bairro do Avillez:
Fisch und Krustentiere haben Sternequalität.

Auf die Sekunde gebraten:
Thunfisch mit Pinienkernen und Mais-Pommes Frites.

Bairro do Avillez:
Der Service ist freundlich und aufmerksam.

Café a Brasileira:
Das bekannteste Café der Stadt in der Oberstadt.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Wer wenig Zeit hat, macht einen Abstecher in die alte Markthalle, den Mercado da Ribeira – „Time Out“.

 

Hier haben die besten Köche von Lissabon einen Ableger ihrer Restaurants. Man bedient sich selbst, Touristen und viel junges, studentisches Publikum genießen an hohen Holztischen alle Facetten der portugiesischen Küche. Wer nur den tranig-muffigen Geschmack von Stockfisch auf der Zunge hat, wird hier eines Besseren belehrt (bis 24 Uhr geöffnet).

 

Die Markthallen Time Out in Lissabon:
Ein Paradies für Feinschmecker.

Markthalle Time Out: Hier kann man die Gerichte
der besten Köche Lissabons probieren.

Time Out wortwörtlich:
Auch die Marktfrauen brauchen ihre kurze Auszeit.

Time Out: Auch das Weinangebot ist gigantisch,
Portweine der letzten 100 Jahre für jeden Geldbeutel.

Time Out: Carlos hat alle Cocktails drauf.

Hier geht es nicht zur Küche …

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Wir machen noch einen kurzen Abstecher in das neue Monte Mar, direkt am Tejo.

 

Es ist die City-Depedance des Monte Mar von Cascais. Sehr stylisch, gut wie das Original, aber nur fünf Minuten von der Markthalle entfernt. Hier muss man die Krebs-Rilette probieren, Krebsfleisch als Paste, pikant abgeschmeckt. Die Weine sind, wie überall in Portugal frisch-fruchtig und für deutsche Verhältnisse sehr gastfreundlich kalkuliert.

 

Das Monte Mar in Lissabon: Seit letztem Jahr
die angesagte Gourmet-Adresse am Ufer des Tejo.

Stilvoll und stylisch: Ein Fensterplatz im
Monte Mar mit Blick auf die Brücke des 25. April.

Die Spezialität des Hauses Monte Mar:
Krebsfleisch mit geröstetem Knoblauchbrot und Oliven.

Lunch im Monte Mar, Lissabon: Peter Julius (Vorsitzender Stiftung
Deutsche Tafelkultur und Wolfgang Ritter, Gourmino Express Autor (r.).

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Aber auch außerhalb von Lissabon gibt es viel zu sehen und zu genießen.

 

Der Atlantik in der Nähe von Cascais: Hier werden
auch die Surf-Weltmeisterschaften ausgetragen.

Der Altantik bei Cabo da Roca: Paradies für Surfer.