Hotel Kempinski Berchtesgaden: Der alpine Super-G (Genussgipfel)

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Berchtesgaden

Nur 160 Kilometer von München entfernt liegt eines der schönsten Hotels von Deutschland auf einem der spektakulärsten Plätze der Bayerischen Alpen, das Kempinski Hotel Berchtesgaden 1.000 Meter über dem Meer. Der Panoramablick in das Berchtesgadener Land mit dem 2.713 Meter hohen Watzmann ist überwältigend. Schon allein auf der Terrasse zu sitzen und den Blick durch ein Glas Wein zu genießen ist die Anreise wert.

 

Gleich beim Einchecken fühle ich mich weit weg von München, wie in einem kanadischen Mountain-Ressort.

 

Panoramablick ins Berchtesgadener Land: Das alpine
Luxus-Domizil Kempinski auf dem Obersalzberg.

Mit der Belegung des Hotels gibt es anscheinend keine Probleme …

Herrlicher Blick von allen Terrassen auf die umliegenden Berge.

Die Lobby mit der gemütlichen Kamin-Lounge neben der Bar.

Kuschelambiente am Kamin in der Lobby:
Hier schmeckt der Digestif noch besser.

Fotos: Wolfgang Ritter / Kempinski Hotel

 

Die sieben Meter hohe Natursteinwand, die weitläufige Lobby, das offene Kaminfeuer in der Lounge, der dunkle Eichenboden, die warmen Erdfarben und die angenehme Lichtsituation sind weit weg von bayerischer Rustikalität und verschnörkelter Jodel-Architektur.

 

In allen Restaurants genießt man den weitläufigen Blick auf die Alpen.

Der Indoor-Pool: Zentraler Punkt des Wellness-Bereiches.

Die Schleuse vom Hallenbad zum Außenpool.

Der Outdoor-Pool mit herrlichem Ausblick.

Bei 35 Grad Celsius Wasser-Temperatur macht
auch draußen Schwimmen im Februar Spaß.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Während draußen einige Skifahrer die warmen Sonnenstrahlen und den letzten Schnee genießen, studiere ich schon mal die ausgelegte Speisekarte des Gourmet-Restaurants „Le Ciel“ – „Der Himmel“ – ein Name, der hohe Erwartungen weckt.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen – Küchenchef Ulrich Heimann hat einen anspruchsvollen kulinarischen Parcours gesteckt.

 

Küchenchef Ulrich Heimann (r.) und sein Souschef Robert Nemeth.

Foto: Wolfgang Ritter

 

Er huldigt der französischen Haute Cuisine, bleibt aber seiner bayerischen Region treu – wenn er Produkte findet, die seinem Anspruch genügen. Der gebürtige Schwarzwälder hat seit 2006 einen Michelin-Stern – wenn ich Michelin Inspektor wäre, würde ich schon mal eine höhere Bewertung in Erwägung ziehen. Unverständlich ist für mich die Bewertung des Restaurantführers Gault Millau: Ein schöner und positiv geschriebener Text endet mit der Vergabe von 15/20 Punkten.

 

Hier passt etwas nicht zusammen! Doch auf welche kulinarische Piste begebe ich mich?

 

Zur Auswahl stehen drei Menüs: Bayerische Alpen, die Welt und eine vegetarische Variante Kraut & Rüben. Mehrere Amuse Gueule, die Grüße aus der Küche, oder auf bayerisch die „Magentratzerl“, waren ein verheißungsvoller Auftakt. Kreativ und mit geschmacklicher Tiefe das Tatar vom Chiemgauer Rind mit zarter Entenleber und Herz. Der bretonische Hummer überzeugte mit makelloser Qualität und perfekter Zubereitung. Die Königsmakrele subtil gewürzt und auf den Punkt gebraten.

 

Vorspeise der Avantgarde: Tatar vom Chiemgauer Rind,
Entenleber, Herz und Eigelb (in der Kugel).

Ein „Gruß“ aus der Küche: Cannelloni mit Scampi.

Julius Ullrich serviert beste Brotvariationen.

Exklusiver Zwischengang:
Bretonischer Hummer mit Apfel-Zimt-Kugeln.

Eine üppige Vorspeise: kurz gebratene
Königsmakrele mit asiatischen Gewürzen.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Das Bayerische Schwein mit Grünkohl und Kartoffeln liest sich simpel, hat aber seinen Zugang zur Sterneküche absolut verdient, die Mieral-Taube mit Gemüse und intensiv dichter Sauce begeisterte. Überhaupt das Thema Saucen … Küchenchef Heimann kommt an den Tisch und Sauce wird auf Wunsch separat angegossen. Hier können viele junge Kollegen ihre sparsamen Saucenkleckse auf den Tellern eimal neu überdenken.

 

Mit diesem Hauptgang hat man echt „Schwein gehabt":
Bayerisches Schwein mit Grünkohl und Kartoffeln .

Saucen gibt es nicht nur als Tupfer: Küchenchef
Heimann gießt am Tisch köstliche Saucen an.

Mieral-Taube aus der Bresse mit
intensiver Trüffelsauce und Gemüse.

Köstliches Dessert im Sterne-Restaurant Ciel: Heimanns
Mozartkugel mit Nougat, Marzipan und Schokolade.

Cremig-zart und aromatisch: Pecanussnougat
mit Zitrusfrüchten und Gewürzsud.

Einen Toast auf das „Le Ciel“: Küchenchef Ulrich Heimann, Gourmino
Express Autor Wolfgang Ritter und Restaurant-Chef Marcel Hirt.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

Süchtig machen kann auch die Pâtisserie.

 

Was aus der süßen Abteilung kommt erfüllt höchste Ansprüchekein Wunder, wenn der Chef Michael Stahl Vizemeister der deutschen Konditoren ist. Die Macarons, Pralinen und himmlischen Törtchen sind bei Ladurée in Paris auch nicht besser! Die Weinkarte glänzt mit 400 Positionen. Deutschland, Österreich und Italien bilden den Schwerpunkt, aber Sommelier Marcel Hirt hat auch für Bordeaux-Liebhaber den besten Jahrgang vom richtigen Ufer im Wein-Humidor.

 

Sommelier und Restaurantchef:
Marcel Hirt im opulenten Wein-Humidor.

Fiona Regan in der Pâtisserie kreiert feinste Desserts.

An der Dessert-Vitrine in der Lobby führt kein Weg vorbei.

Fotos: Wolfgang Ritter

 

PS: Wer länger im Hotel gebucht hat und nicht jeden Abend im „Le Ciel“ essen will oder kann, bucht einen Tisch im zweiten Restaurant des Hauses „Johann Grill“. Hier wird bestens gekocht, regionale Produkte spielen die Hauptrolle, Spinatknödel und geschmorte Kalbsbäckchen, Hirsch oder Hecht schmecken gleichermaßen gut.

 

Erfolgreiches Team: Ulrich Heimann, Sternechef im „Le Ciel“,
Thomas Walter, Küchenchef im „Johann Grill“ (r.).