Irland Pt. 2 / Hotel „Killashee“ in Kildare, dem Herz irischer Vollblüter

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Kildare

County Kildare ist das pulsierende Herz der irischen Vollblüter. Wer einen Sinn für Ästhetik hat und Pferde – im speziellen edle Rennpferde – liebt, der wird auch von der Grafschaft Kildare mehr als angetan sein: Nicht umsonst wird dieses County, das im Osten der Republik Irland nur knapp eine halbe Stunde Fahrzeit von der vibrierenden Hauptstadt Dublin entfernt liegt, „Thoroughbred County“ – die Grafschaft der Vollblüter, genannt. Ein Pferde-Mekka, das durch großzügig angelegte Trainings- und Rennbahnen und hervorragende Zuchtstätten mit immergrünen, weitläufigen Koppeln besticht. Und genau dahin führt mich mein Weg. Zum Einen, um wiederholt das staatlich-irische Gestüt, das „Irish National Stud.“, zu besuchen. Ein absolutes MUSS für jeden Pferdebegeisterten, denn es ist schon ein außergewöhnliches Erlebnis, die mächtige Stutenherde, die niedlichen Fohlen und die prächtigen Deckhengste, allen voran den großartigen „Invincible Spirit“, in atemberaubender Naturkulisse zu sehen. Zudem hat das Gestüt noch eine weitere Besonderheit aufzuweisen: Den bereits um 1906-1910 entstandenen, wunderschön angelegten und spirituellen japanischen Garten, der eine „Reise durch das Leben” darstellt. Zum Anderen sollte ich im Rahmen meiner Pressereise in den Genuss einer „Privat-Audienz“ in Gilltown Stud., einem nicht-öffentlichen Gestüt des Aga Khan kommen, um dort seinem Spitzendeckhengst „Sea the Stars“ zu begegnen. Ich bat eine Freundin, die „Irlandspezialistin“ Sabine Rosenhammer, die vor neun Jahren nach Irland ausgewandert ist und sich darauf spezialisiert hat, maßgeschneiderte Irlandreisen zu kreieren, für mich einen „passenden“ Ort zu finden. Fernab von jeglichem Trubel, wollte ich mich auf mein Vorhaben einstimmen und vor allem etwas zur Ruhe kommen.

 

Der „Curragh Racecourse“. Auf dem „Irish National Stud.“. „Sea the Stars“ in Gillstown.
Fotos: Curragh Racecourse / Irish National Stud. / Gilltown Stud.

 

Ein Grand Hotel mit Seele, Charakter und langer Historie

 

Das „Killashee Hotel & Spa“ liegt nur 2 km außerhalb der Stadt Naas, auf einem gut 114 Hektar großen Land, inmitten historisch gewachsener und faszinierender Gärten. Auch wenn dieses Haus „nur“ einen 4-Sterne Status hat, und es in Irland von 5-Sterne Luxus-Hotels nur so wimmelt, so steht dieses Hotel für alles, was mich persönlich an Irlands Hotellandschaft so reizt: Tradition, Eleganz und Gastfreundschaft – in einem authentischen, geschichtsträchtigen Haus, das mit seinem unverwechselbaren Charme bezaubert. Ein ganz individueller Ort, an dem es viel zu entdecken und zu erfahren gibt und den man so schnell nicht mehr vergisst.

 

Fotos: Killashee Hotel

 

Killashee – wenn nur deine Wände sprechen könnten …

 

Während des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts, war Killashee Heimat der Belling und Graydon Familien. Den einzigartigen Charakter verdankt das Haus allerdings dem berühmten Architekten Thomas Turner. Die Moore Familie, Nachkommen der Grafen von Drogheda, beauftragten Turner 1861 ein Jagdschloss zu entwerfen. Bis heute lebt dies Haus vom kreativen und inspirierenden Design seines Erschaffers: Das Original „House“ ist nach wie vor Bestandteil des Hotels. Die opulenten Kronleuchter, die Wappen, die die Wände zieren, die filigranen Fliesen die den Boden schmücken – an jeder Ecke finde ich sorgfältig gearbeitete Relikte vergangener Tage. 1921 verkaufte Major Richard Moore Haus und Land an die „Lá Sainte Union“– Schwestern, einen französischen Orden. Killashee diente zuerst als Klosterschule für Jungen und wurde später zu einem renommierten Internat und einer Tagesschule für Jungen und Mädchen. Nur einer Gruppe engagierter Eltern ist es zu verdanken, dass durch deren Geldspenden das Haus 1930 nicht verstaatlicht und in ein Frauengefängnis umgewandelt wurde. Erst im Jahre 1998 wurde das Hotel von den heutigen Eignern gekauft und zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Hotel der besonderen Art, ein Ort an dem man sich willkommen fühlt, sich treiben lassen kann, Luxus erfährt, Ruhe und Gelassenheit findet – alles umweht von einem Hauch Mystik. In der heutigen Aufteilung verfügt das Killashee Hotel über 141 elegante und stilvolle Hotelzimmer und Suiten. Eine Hommage an die Gottesdienerinnen: Im Haupthaus ist jedes einzelne Zimmer nach der frommen Dame benannt, die es ursprünglich bewohnt hat. Der „Killashee Graveyard“, direkt auf dem Hotelgelände, ist die letzte Ruhestätte der so geschätzten Nonnen. Ich empfinde dies in keinster Weise als makaber oder gar schaurig. Auch als ich inmitten der Kreuze und Gräber stehe, spüre ich nur Friedvolles und das obwohl ich hierzulande nicht mal eine Geisterbahn betreten würde, weil ich diesbezüglich ein ausgemachter Angsthase bin. Selbst als mir der „Porter“ bzw. Kofferjunge erzählt, dass sich jeden Abend Punkt 19 Uhr eine gewaltige Schar Krähen sammelt und minutenlang um das Haus kreist, aber kein Mensch dafür eine Erklärung hätte, bin ich ein wenig enttäuscht, dieses allabendliche Naturspektakel verpasst zu haben.

 

Fotos: Killashee Hotel / Natascha Franke

 

Irisch-traditionell: Gastronomie und Pub

 

Das „Turners Restaurant“ mit Blick auf den Garten und den imposanten Brunnen, bietet ein fabelhaftes, kulinarisches Erlebnis – ist allerdings nur Freitag- und Samstagabend geöffnet. Eine ungezwungene Atmosphäre mit leichter Küche, aber auch traditionellen Gerichten wie Fish & (handcut) Chips – welche übrigens sehr lecker waren – bietet täglich durchgehend „Jacks Bar & Bistro“. Ein echtes Stück Zeitgeschichte ist der „Snug“, ein standesgemäßes Irish Pub mit absolut genialer Live-Musik. Auch hier fühlt man sich einen Schritt in die Zeit zurück versetzt, dafür sorgt schon der typische Geruch von offenem Torffeuer. Mit viel Liebe zum Detail, ausgewählten Schmuckstücken, Antiquitäten und Erinnerungsstücken vergangener Tage ausgestattet, inspiriert mich diese Umgebung derart, dass ich mir dort – selbst als Nicht-Biertrinker – ein fachmännisch gezapftes Pint Guinness einverleibe. Ok, ich nehme noch einen Schucker „Black“ (current) oben drauf, wir wollen es ja nicht übertreiben …

 

Fotos: Killashee Hotel

 

Ein Herz für Kinder & „Emmas Butterfly Garden“

 

Was mir besonders gut an dem Hotel gefällt ist die Tatsache, dass auch die kleinen Gäste liebevoll umsorgt werden. So gibt es beispielweise einen speziellen Kinder Afternoon-Tea, mit heißer Schokolade und kleinen Köstlichkeiten. Und sind die Iren per se schon unglaublich kinderlieb, so kommt das in diesem Haus, das mit Raritäten gespickt ist, doppelt zur Geltung. Keine Verbote, keine Hinweise und es funktioniert trotzdem. Auf dem riesigen Anwesen gibt es für Kinder unglaublich viel zu entdecken. Sehr niedlich: Ein Garten-Pavillon speziell für die Kleinen, kindgerecht dekoriert, mit Prinzessinnen-Sesseln ausgestattet und einem riesengroßen Tisch, auf dem sich Spielsachen türmen. Am meisten hat mich bei meinem, leider viel zu kurzen Aufenthalt, die Geschichte von Emma Fogarty berührt: Emma, ein Kind aus dem Dorf, hatte den Traum, einen eigenen Garten zu haben, einen Ort der „Leichtigkeit“, denn Emma war an „EB“ erkrankt. Betroffene dieser genetisch bedingten Hautkrankheit werden als Schmetterlingskinder bezeichnet, weil ihre Haut so verletzlich wie die Flügel eines Schmetterlings sei. Und was war da naheliegender, als sich einen Schmetterlings-Garten zu wünschen? Auf die Idee folgte die prompte Umsetzung: Killashee kam in Kooperation mit DEBRA Ireland diesem Wunsch nach. Die talentierten Gärtner von Killashee gestalteten „Emmas Butterfly Garden“ mit ausgewählten Pflanzen und Blumen, die bewusst Schmetterlingen anziehen. Und so steht es jedem Gast offen, diesem alljährlichen, farbenprächtigen Natur-Schauspiel, wenn hunderte von Schmetterlingen ihren Tanz beginnen und sich an den Blüten der herrlich duftenden Pflanzen gütlich tun, beizuwohnen. Emma besucht „ihren“ Garten nach wie vor so oft es geht und ist mittlerweile selbst zu einer regelrechten Berühmtheit im Bereich „Charity“ avanciert.

 

Foto: Killashee Hotel

 

Country Club und Killashee SPA

 

In Irland gibt man sehr viel auf „Naherholung“. Deshalb wundert es mich wenig, dass vornehmlich Einheimische in dem sehr gut besuchten Hotel zu Gange sind. Irländische Spa-Bereiche sind im Allgemeinen sehr großzügig gestaltet und es werden zahlreiche Beauty und Wellness-Behandlungen angeboten, was von Damen aber auch von Herren gerne angenommen wird, so auch im Killashee: Auf dem Außengelände befindet sich sowohl der „Country Club“ mit seinem 25 Meter langen Pool, Sauna, Dampfbad, Jacuzzi und einem voll ausgestatteten Fitnessraum, als auch die „SPA Villa“. Der Spa-Bereich des Killashee verfügt über 18 luxuriöse Behandlungsräume und ist eine absolute Oase der Ruhe, in dem man sich gerne auf eine wohltuende Entspannungsreise für Körper, Geist & Seele einlässt.

 

Fotos: Killashee Hotel

 

Weitere, umfangreiche Informationen rund um die Insel bietet übrigens das offizielle Fremdenverkehrsamt unter der Adresse: www.entdeckeirland.de.

 

Killashee Hotel & Spa

Killashee, Naas, Co. Kildare, Ireland
+353 45 879277 / Fax: -266
sales@killasheehotel.com
www.killasheehouse.com

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